Oktober 06, 2026

Sichtbarkeit, Würde und Teilhabe: Warum Inklusion selbstverständlich sein sollte

Zum Welt-Zerebralparese-Tag teilt Laura Blaschke ihre persönliche Perspektive auf Inklusion, Selbstbestimmung und die Bedeutung, zuerst als Mensch gesehen zu werden.

Sichtbarkeit, Würde und Teilhabe: Warum Inklusion selbstverständlich sein sollte

Heute geht es um Sichtbarkeit. Um Würde. Um Teilhabe. Um Menschlichkeit. 

Jeder Mensch hat das Recht, gesehen, gehört und einbezogen zu werden – unabhängig davon, wie er sich bewegt, spricht oder seinen Weg durchs Leben geht. 

Inklusion bedeutet: Niemand muss darum kämpfen, dazugehören zu dürfen. 

Denn eine Welt ist erst dann wirklich menschlich, wenn jeder Mensch darin seinen Platz hat. 

Mein Name ist Laura Blaschke, ich bin 22 Jahre alt und komme aus Karlsruhe. Ich habe drei gesunde Geschwister, spreche seit ich 3 Jahre war über einen Talker, seit ich 5 Jahre alt war über einen Talker mit Augenansteuerung, halte seit meinem zehnten Lebensjahr Vorträge, bin zertifizierte Fachkraft für Unterstützte Kommunikation und bilde mich derzeit zur Fachberaterin für Unterstützte Kommunikation als einzige UK-Nutzerin im Kurs weiter.

Außerdem bin ich Fachvorständin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK). Hauptamtlich arbeite ich als Projektleiterin für „Bildung ohne Barrieren“ bei der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation. Und nebenbei unterstütze ich als Minijob per Videokonferenz ein Mädchen dabei, ihren Talker selbstbewusst und möglichst selbstbestimmt zu nutzen. 

Das klingt vielleicht nach vielen Rollen, vielen Aufgaben und vielen Worten. Aber bevor ihr all das seht, bevor ihr mich als Fachkraft, Referentin oder Projektleiterin seht, möchte ich, dass ihr zuerst etwas ganz Einfaches seht: mich als Menschen. 

Ich wünsche mir keine Gesellschaft, in der Menschen mit Beeinträchtigung nur bewundert werden, wenn sie Außergewöhnliches leisten. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der es selbstverständlich ist, dass wir dazugehören. In der wir nicht als Inspiration für andere gesehen werden, sondern als Menschen mit Rechten. In der wir nicht ständig beweisen müssen, dass wir kompetent sind. In der wir nicht dankbar sein müssen für Dinge, die anderen selbstverständlich zustehen. 

Dieser Gastbeitrag wurde von Laura Blaschke verfasst. Laura ist UK-Nutzerin, Referentin, Projektleiterin und engagiert sich seit vielen Jahren für Inklusion und Unterstützte Kommunikation. Mehr von Laura finden Sie auf ihrer Webseite  und ihr Instagram unter @laurablaschke_poet_of_the_eyes.